Neues aus dem Schulleben

Das Schulleben besteht nicht nur aus Unterricht.

Es gehören genauso Projekte, Exkursionen, Wandertage, Wettbewerbe und Sportveranstaltungen dazu.

Wir als Schulreporter haben es uns zur Aufgabe gemacht, über die vielen Aktivitäten in und um die Schule zu berichten und Einblick in diese vielen spannenden Projekte zu gewähren.

Alle unsere Artikel werden ab sofort hier zu finden sein.  

 

Helfer für alle Fälle - Die Schulsanitäter

Freitag, 3. Block, Chemie, 12:04 Uhr.

Die Schulklingel gongt kurz und über die Lautsprecher ertönt in dringlichem Tonfall die Stimme unserer Schulsekretärin Frau Hartig: „Ein Schulsanitäter sofort in Raum 219, ein Schulsanitäter bitte in Raum 219.“ Unsere Mitschülerin Josie springt von ihrem Platz auf, lässt alles stehen und liegen und eilt zu besagtem Ort. Der Unterricht läuft einfach weiter, als wäre nichts gewesen, nur mit einem Mann, besser gesagt einer Frau, weniger.
20 Minuten später klopft es an der Tür, unsere Schulsanitäterin ist zurück, wäscht sich nur kurz die Hände und nimmt wieder am Unterricht teil, als wäre nichts gewesen.
Natürlich erfährt man nicht, was gerade passiert ist, ob es ein einfacher Schnitt oder eine Platzwunde war. Doch Hochachtung vor dieser Leistung, in Sekundenschnelle von der Schülerin im Chemieunterricht zur Schulsanitäterin zu wechseln, hat jeder im Raum.
Am Freitag, 3. Block, Chemie, 12:24 Uhr!   

An Schulen kann immer etwas passieren: ob es sich nur um Übelkeit, einen Sturz oder um Schnittverletzungen handeln mag, es ist gut und beruhigend, wenn man jemanden hat, der die Situation betreuen und Wunden behandeln kann. Dafür sind an unserer Schule die Schulsanitäter da. Sie haben eine wichtige Rolle im Schulalltag, denn wenn etwas passiert, sind sie zur Stelle und können helfen.
Jeden Tag erkennt man sie, an ihren leuchtenden Westen, auf dem Pausenhof. Um auf alle Notfälle vorbereitet zu sein, wird ihr Einsatz in einem Wochenplan organisiert. 

Um einen Einblick in die Aufgaben eines Schulsanitäters zu bekommen, haben wir ein Interview mit vier Schulsanitätern geführt. Zita, Josi, Mathilda und Moritz aus der 12. Klasse haben uns einige Fragen beantwortet.

Wie kamt ihr dazu, bei den Schulsanitätern mitzumachen?

Zita: „Als ich mich zufällig im selben Raum wie mein Bruder aufhielt, der schon bei den Schulsanitätern mitmachte, hat mich Frau Scheibel gefragt, ob ich nicht auch einmal beim Training dabei sein möchte. Von da an war ich bei den Schulsanitätern, also seit der 5. Klasse“

Josi: „Zita hatte mir davon erzählt und ich finde den Bereich eh spannend, deshalb bin   ich dann einfach mal mit zum Training gegangen.“


Und wie lange seid ihr denn schon bei den Schulsanitä
tern?

Mathilda: „Seit Anfang der 8. Klasse.“

Josi: „Ich bin seit Dezember 2018 dabei, also auch schon 4 Jahre.“


Also seid ihr alle schon recht lange dabei. In der Zeit habt ihr bestimmt so einiges darüber gelernt, wie man Menschen helfen kann. Könnt ihr einige Beispiele dafür nennen, was man sich als Schulsanitäter aneignet
?

Mathilda: „Also wir lernen eigentlich alles, was man als Ersthelfer so machen kann, von der Wundversorgung bis zur Wiederbelebung.“

Josi: „Erste Hilfe ist ja auch nicht nur das Medizinische, sondern hat auch viel mit der Verbesserung von Menschenkenntnissen und dem zwischenmenschlichen Umgang zu tun.“


Könnt ihr sagen, bei welchen Einsätzen ihr helfen mü
sst?

Zita: „Generell kann man sagen, dass glücklicherweise nicht so oft etwas passiert, aber wenn, dann sind es meistens kleine Sachen.“

Josi: „Ich denke Übelkeit und Kopfschmerzen machen die Masse aus und ab und zu noch ein paar Schüler, die Schnittverletzungen oder Schürfwunden haben. Sehr selten passieren Vorfälle, bei denen wir den Rettungsdienst rufen müssen.“


Habt ihr eine feste Aufteilung, wer wann Dienst hat und sich um die Sicherheit im Schulgebäude sowie auf dem Schulhof kü
mmert?

Mathilda: „Ja, ich mache für jeden Monat einen neuen Dienstplan. Jede Woche wechselt die Aufsicht, sodass alle Sanis einmal pro Monat Dienst haben. Es sind 2 Leute für den Innendienst und 2 für den Außendienst eingeteilt. Ich plane dann noch je einen Stellvertreter ein, falls jemand ausfallen sollte.“


Schulsanitäter zu sein, das ist bestimmt nicht immer ganz einfach, fallen euch Nachteile oder Schwierigkeiten ein?

Zita: „Da fällt mir eigentlich nur ein, dass man sehr viel Zeit reinstecken und den Dienst auch gewissenhaft machen muss, um am Ende auch Schüler wirklich behandeln zu können.“

Mathilda: „Es wäre natürlich nicht so gut, wenn man Schulsanitäter sein möchte, aber kein Blut oder Erbrochenes sehen kann, weil man dann selber umkippen würde.“

Josi: „Zudem muss man noch mit der Verantwortung klarkommen, wenn man einen nicht alltäglichen Fall hat. Dann ist es kein Training mehr, sondern Realität. In dieser Stresssituation muss man ruhig bleiben und die richtigen Entscheidungen treffen können.“


Was gefällt euch an den Schulsanitätern besonders gut?

Mathilda: „Es reicht, dass man Mitmenschen helfen kann. Das Gefühl, wenn es der Person danach wieder besser geht, ist der beste Grund um Schulsanitäter zu werden.“

 Josi: „Man bekommt bei regelmäßiger Teilnahme zum Beispiel auch die Erste-Hilfe-Bescheinigung, die man für den Führerschein braucht. An sich ist die Sanigruppe eine tolle Truppe und es macht Spaß, mit den Leuten zusammenzuarbeiten. Außerdem finden Schulsanitätswettkämpfe des DRK statt, an denen wir als Sani-Team des Fridericianum bisher sehr erfolgreich teilgenommen haben.“


Gibt es außer den Schulsanitä
tswettkämpfen des DRK noch andere Veranstaltungen, bei denen ihr euch beteiligt?

Zita: „Wir sind am „Tag der offenen Tür“ und natürlich auch bei unserem Schulsportfest einsatzbereit. Ab einem gewissen Alter kann man über die Bereitschaft des DRK auch bei anderen Sportveranstaltungen oder größeren Events wie den Schlossfestspielen mithelfen.“


Wie wird das alles denn überhaupt organisiert?

Moritz: „Frau Karin Hoffmann vom DRK hat unser Sani-Team ins Leben gerufen. Sie kommt auch noch alle 2 bis 4 Wochen zu uns und leitet das Training. Ich selbst bin seit 3 Jahren in der Gruppe und nehme natürlich am Training teil. Aber ich kläre auch viel mit der Schulleitung, bezüglich der Materialbestellung, der Rahmenbedingungen für das Training unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen oder der Einsätze bei Schulevents. Manchmal übernehme ich auch die Leitung des Trainings stellvertretend für Josi oder Mathilda.“


Gab es denn schon Situationen in eurem persönlichen Alltag, in denen ihr mit euren Fähigkeiten anderen Menschen helfen konntet?

Josi: „Ich kam glücklicherweise außerhalb der Schule noch nie in diese Situation.“

Zita: „Ja, ich konnte schon Leuten mit Kreislaufproblemen helfen oder habe jemandem einen Verband angelegt.“

Moritz: „Ich kam mal zur Haltestelle „Schlossblick“ und da lag eine gestürzte Radfahrerin. Ich bin dann mit 2 Leuten hingegangen und habe sie erstmal hingesetzt und beruhigt. Am Kopf hatte sie eine Platzwunde, doch ich hatte kein Verbandszeug mit. Zum Glück kam aber auch direkt eine Anwohnerin mit Verbandskasten raus. Da außer mir keiner wusste, wie man richtig einen Verband anlegt, haben 2 jüngere Schüler, die auch auf den Bus gewartet haben, zu mir gesagt, ich solle das machen, da ich Schulsanitäter bin. Schlussendlich habe ich ihr den Verband dann angelegt und mit ihr noch auf das Eintreffen des Rettungswagens gewartet.“


Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und natürlich auch dafür, dass ihr für eure Mitmenschen, Schüler, Lehrer und Passanten da seid.


Übrigens, interessierte Schülerinnen und Schüler können bei uns schon ab der 5. Klasse im Rahmen des Ganztagsangebotes am Training der Schulsanitäter teilnehmen.

 

Schulreporter Arthur und Florian

Gelebte Nachhaltigkeit

An einem Montagnachmittag im März. Um 15:30 Uhr betreten wir das Schulgebäude, das mittlerweile ruhig und leer, nur von wenigen Reinigungskräften bevölkert, vor uns liegt. Doch sobald man im Gebäude ist, wird es laut. Obwohl bereits alle anderen Schüler nach Hause gegangen sind, wartet eine Gruppe von Jugendlichen im dunklen Eingangsbereich. Sie warten auf ihre Lehrerin. Wir nutzen diese Chance, um uns vorzustellen, ihnen zu sagen, dass wir sie interviewen wollen. Als, einen Wagen voller benötigter Materialien vor sich herschiebend, Frau Langkau um die Ecke kommt, springt die Gruppe auf und drängt in den Klassenraum. Die Lehrerin weiß bereits von unserem Interview, wir gehen also einfach rein und schauen den Schülerinnen und Schülern bei der Arbeit zu.

Es herrscht eine sehr lockere Atmosphäre. Sehr schnell bilden sich zwei Gruppen, die beide an einer Frage arbeiten: Wie bleibt das Fridericianum Schwerin eine „FairTrade-Schule?“
Das Fridericianum Schwerin ist die erste „FairTrade-Schule“ Mecklenburg-Vorpommerns. Einige Jahre nach der Gründung des Schulweltladens am 16.07.2009 erhielt unsere Schule diesen Titel am 26.09.2014. Die Gruppe Jugendlicher sorgt dafür, dass das auch so bleibt.

FairTrade bezeichnet den Handel mit Produkten aus der Dritten Welt, die auch aus der Sicht der Produzenten als fair und angemessen anzusehen sind. Das Fridericianum arbeitet für dieses Projekt mit dem „Weltladen Schwerin“ zusammen. Produkte des Weltladens werden, dank des Engagements von Frau Langkaus Truppe, direkt an unserer Schule verkauft.

Während wir den Schülerinnen und Schülern bei der Arbeit zusehen, beantwortet uns Frau Langkau unsere wichtigste Frage: Wie wird man und was bedeutet es, eine „FairTrade-Schule“ zu sein. Mittlerweile hält unsere Schule diesen Titel seit über 10 Jahren, und das Projekt lief auch über die Corona-Pandemie weiter.

Jede Schule muss 5 Kriterien erfüllen:

  • Gründerversammlung mit Lehrern, Eltern und Schulleitung
  • regelmäßiger Verkauf von FairTrade Produkten in der Schule
  • Erstellung eines „FairTrade-Kompasses“, der Perspektiven des Projekts verdeutlicht sowie das Nachweisen der Aktivitäten im „FairTradeSchoolblog“
  • Organisieren von schulischen Veranstaltungen, z.B. Glücksrad oder das Verstecken von Ostereiern mit Weltladen-Preisen
  • Behandlung von FairTrade in 2 Klassenstufen im Unterricht

All diese Kriterien müssen durchgehend erfüllt werden, um den Titel als FairTrade-Schule zu behalten.

Die erste Gruppe der Jugendlichen zählt und sortiert die vom Weltladen erhaltenen Produkte und vergleicht sie mit der Bestellliste. Die zweite Gruppe zählt das Geld im Lehrerkörbchen und analysiert den Verkauf der Waren dort. Während der Corona-Pandemie spielte das Lehrerkörbchen eine entscheidende Rolle. Normalerweise besteht ein zentrales Element des Projektes darin, mehrmals pro Woche in den Pausen auf dem Schulhof Produkte aus dem Weltladen zu verkaufen. Das war selbstverständlich in den letzten Jahren nicht mehr möglich. Jedoch konnte weiterhin ein Korb mit Produkten und einer Kasse im Lehrerzimmer stationiert werden, um so fair gehandelte Lebensmittel zu verkaufen. Auch nutzt das Sekretariat durch den Einsatz der Gruppe nur noch FairTrade-Kaffee aus dem Weltladen.
Wir haben auch mit den teilnehmenden Schülern und Schülerinnen ein Interview durchgeführt. Alle interviewten Schüler, mit Ausnahme Anton Kofahl, sind seit der 7. Klasse bei diesem Projekt dabei, Anton erst seit der 9. Klasse.


Warum macht ihr bei diesem Projekt mit?

Moritz Danielsen: Mein Bruder hat schon beim Weltladen mitgemacht. Ich kannte das also schon und bin auch an FairTrade interessiert.

Anton Kofahl: Ich setzte mich gerne für FairTrade ein, außerdem ist Moritz ein Kumpel von mir, mit dem ich jetzt auch noch mehr machen kann.

Julian Schwesig: Ich finde es toll, dass man etwas Gutes macht, jedoch ist auch ein Faktor, dass Frau Langkau unsere Klassenlehrerin ist. Zusätzlich macht es auch viel Spaß, weil viele Freunde aus der Klasse dabei sind.

Erik: Zum einen finde ich ebenfalls gut, dass wir hier alle Freunde sind, aber auch unsere Klassenlehrerin das Projekt leitet. Wir haben hier auch die Möglichkeit, die Produkte vom Weltladen selbst zu kaufen, das finde ich super.


Was genau macht ihr hier so?

Moritz Danielsen: Hauptsächlich arbeite ich am Lehrerkörbchen, zähle also dort Produkte und Geld, manchmal gebe ich aber auch neue Bestellungen auf.

Erik: Ich mache hier alles Mögliche, also so ein bisschen das Mädchen für alles. Jedoch sind wir alle sehr flexibel.

Julian Schwesig: Zum einen kümmere ich mich ums Einkaufen von Produkten. Jedoch schreibe ich auch den Artikel auf dem „FairTradeSchoolblog“.


Kannst du das nochmal genau erklären?

Julian Schwesig: Ich schreibe einmal im Jahr einen Artikel auf dieser Webseite über unseren Fortschritt. Also über unser Lehrerkörbchen, den Tag der offenen Tür oder andere Projekte. Dadurch behalten wir den Titel „FairTrade-Schule“. Dafür spreche ich mich meistens mit den anderen ab und versuche dann, den Artikel auch gut strukturiert hochzuladen. Auch kann man durch diese Artikel von anderen Schulen Inspirationen sammeln.


Was gefällt dir hier besonders gut?

Moritz Danielsen: Mir gefällt die gute Zusammenarbeit untereinander, das Verkaufen macht Spaß, genauso wie der Umgang mit FairTrade Produkten.

Anton Kofahl: Besonders die Teamgemeinschaft und der Einsatz für FairTrade sind entscheidend.

Julian Schwesig: Man macht etwas Gutes, schließlich werden jetzt die Bauern fair bezahlt. Auch lernen wir viel über den Umgang mit Geld. 

Erik: Hier herrscht eine gute Atmosphäre und der ganze „Unterricht“ ist sehr flexibel. Außerdem kann man mit Freunden Zeit verbringen.


Vor der Corona Pandemie habt ihr jeden Dienstag und Donnerstag am Schülerstand Produkte verkauft, freut ihr euch darauf, wenn das wieder losgeht?

Anton Kohfahl: Ja, ich freue mich schon wieder darauf, mich mit dem Wagen irgendwo hinzustellen und finde es schade, dass es gerade nicht geht.

Julian Schwesig: Ja, besonders die Freunde, zu motivieren, auch etwas zu kaufen hat immer Spaß gemacht.

Erik: Ich finde unsere anderen Tätigkeiten deutlich spaßiger als das Verkaufen in der Hofpause.


Während wir das Interview führen, sitzen die meisten Schüler über Rechnungen und Listen und vergleichen diese miteinander. Das Bestellen und Abholen der Ware vom Weltladen sowie die Kontrolle der Produkte und des Verkaufs sind ihre Hauptaufgaben. Dadurch lernen die Jugendlichen schon früh, mit Rechnungen und Geld umzugehen und strukturiert und ordentlich Listen und Übersichten zu führen. Außerdem ist das Projekt Teil des Ganztagsangebots der Schule für Klasse 7 bis 10.

Als wir kurz vor 17:00 Uhr das Schulgebäude wieder verlassen, haben auch wir einen FairTrade-Schokoriegel in der Hand, die Versuchung war einfach zu groß.

 

Schulreporter Arthur und Florian

Von der brasilianischen Sonne ins deutsche Herbstwetter – Bianca, André und Felipe in Schwerin

Seit Beginn dieses Schuljahres besuchen Bianca, André und Felipe, drei brasilianische Gastschüler von der Deutschen Schule in São Paulo unsere 10. Klassen.

Doch wie sieht das Leben aus, wenn man in so jungem Alter ein neues Land entdeckt? Und welche ersten Eindrücke hat das für uns so heimische Schwerin wohl vermittelt?

Um diesen Fragen nachzugehen, haben wir, die Schulreporter der 11. Klassen, uns einmal mit Bianca und den beiden Jungen zusammengesetzt und uns darüber unterhalten.

Als erstes fragten wir sie, warum die drei denn ausgerechnet einen Schüleraustausch nach Deutschland machen wollten. Für sie ist die Antwort eindeutig, da sie alle ihren Wortschatz verbessern möchten. Felipe bekommt durch den Schüleraustausch einen tieferen Einblick in das Leben in Deutschland, die Sprache und die Kultur. Dieses hilft ihm sehr, denn er würde gerne nach seinem Abitur in Deutschland studieren. André nutzt das halbe Jahr in Deutschland, um sich sprachlich viel mehr weiterzuentwickeln und somit in ein paar Jahren einen sehr guten Schulabschluss erreichen zu können.

Da die drei aus der Millionenstadt São Paulo kommen, wollten wir wissen, wie Felipe, Bianca und André unser kleines Schwerin finden. Ihr erster Eindruck war positiv. Sie finden unsere Landeshauptstadt schön und ruhig und sind vor allem von unserem Schloss begeistert.

An ihrem ersten Schultag am Fridericianum Schwerin waren alle drei aufgeregt und schüchtern, da sie an eine neue Schule kamen, in der sie noch niemanden kannten.  Besonders für André und Felipe war es schwierig, Freunde zu finden. Inzwischen aber wurden sie von ihren Klassenkameraden akzeptiert. André fühlt sich nun als ein Teil seiner Klasse, berichtete er uns. Auch Felipe kommt jetzt mit seinen Mitschülern klar. Er sagte uns stolz, dass er nun auch neue Freunde gefunden hat. Bianca wiederum wurde von Anfang an von ihrer Klasse akzeptiert und von ihren Mitschülern in das Klassengeschehen integriert.

Dennoch fällt ihnen der Unterricht auch schwer, denn sie verstehen in manchen Fächern nicht, was mit den Fachbegriffen gemeint ist. Zum Glück gibt es aber Lehrer, die den drei Brasilianern alles in Ruhe erläutern, ihre Fragen beantworten und die Fachbegriffe erklären. Natürlich gibt es auch Lehrer, von denen Bianca, André und Felipe nicht ganz so aktiv unterstützt werden.

Wir fragten sie, in welchen Fächern genau sie nicht so gut im Unterricht mitkommen. André hat Schwierigkeiten im Deutschunterricht, da dort das Werk „Faust“ von Goethe behandelt wird. Das können wir nachvollziehen, da wir und unsere Mitschüler genauso Schwierigkeiten bei diesem Werk hatten. Felipe tut sich mit dem Philosophieunterricht besonders schwer, weil er den Sinn dahinter nicht wirklich verstehen kann.

Natürlich haben unsere Austauschschüler auch Lieblingsfächer. Neben Sport, was alle drei mögen, mag Bianca noch den Biologieunterricht, Chemie und auch Mathe. Felipe freut sich besonders auf den Physikunterricht, da ihn die Experimente begeistern, welche im Unterricht durchgeführt werden. André macht es Spaß, mit Zahlen zu arbeiten, deshalb mag er den Matheunterricht.

Auch stellt sich die Frage, wie man als Gastschüler seine Freizeit verbringt, wenn man sich noch nicht mit dem Schweriner Freizeitangebot auskennt. Bei keinem der drei scheint nach der Schule große Langeweile aufzukommen. Zum einen gehen sie gerne zusammen spazieren. Das bietet ihnen die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen in Deutschland auszutauschen und Portugiesisch – die Sprache ihrer Heimat – zu sprechen. So können sie für sich daraus hoffentlich das Gefühl gewinnen, nicht völlig allein und in der „Fremde“ zu sein. Von ihren Spaziergängen abgesehen, treffen sich André und Felipe auch im Verein zum Tischtennisspielen. Ebenso betätigt sich Bianca nach der Schule sportlich. Sie spielt nicht nur Handball, sondern nimmt auch jeden Freitag an einem Tanzkurs mit Schülern aus ihrer Klasse teil.

Möchte man sich mit einem anderen Land beschäftigen, gehört das Essen wohl zu den wichtigsten Aspekten, weshalb wir jeden der drei nach ihren Lieblingsgerichten fragten. André scheint Bratwurst zu lieben und sagt kurz und bündig zu ihr: „sehr stabil“. Allerdings betonte er, keinen Döner zu mögen, woraufhin ihn Felipe verwirrt, wenn nicht sogar schockiert anguckte. Bianca beantwortete unsere Frage zunächst nur mit einem trockenen „Alles“ und legte sich dann auf Klöße als eines ihrer Lieblingsgerichte fest.

Auch wenn den Gastschülern das deutsche Essen schmeckt, fehlt ihnen natürlich auch das brasilianische. Als wir sie dann fragten, was sie denn noch aus Brasilien vermissen würden, konnten sich alle drei auf das Nachtleben einigen. Für sie sind die abendlichen Aktivitäten in Brasilien sehr viel belebter und vielfältiger als in Schwerin. Bianca meinte hierzu noch, die Menschen in Brasilien seien aktiver und am Wochenende gebe es mehr Partys. Auch stellte Bianca gleich klar, dass ihr das deutsche Herbstwetter nicht besonders gefällt und dass sie die brasilianische Sonne vermisst. Auch wenn wir an unser Wetter gewöhnt sind, können wir dieses Gefühl nur allzu gut nachvollziehen.

Zuletzt hat uns interessiert, ob die drei ihren halbjährigen Aufenthalt in Deutschland weiterempfehlen würden. Dies bejahten sie alle. So können unsere Gäste hier natürlich ihre Deutschkenntnisse verbessern und im Alltag anwenden. Gleichzeitig schien für alle noch weitaus wichtiger zu sein, dass jeder von ihnen bereits jetzt schon sehr viel selbstsicherer und selbstständiger geworden ist, als er oder sie es noch vor einigen Monaten in Brasilien waren. Ihr Aufenthalt in Deutschland ist bislang also eine gute und wertvolle Erfahrung für sie gewesen.

Dank der typisch brasilianischen Herzlichkeit und Offenheit der drei konnten wir uns ein Bild ihres Schweriner Alltags machen und wir hatten alle großen Spaß an unserem Gespräch.

Schulreporter Jan, Pepe und Rötger

Green TechnOlympics - Engagement für mehr Nachhaltigkeit

Am 3. und 4. November 2021 fanden die zweiten Internationalen Green TechnOlympics statt. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit der ATI Westmecklenburg konnten 11 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 des Fridericianum Schwerin teilnehmen und sogar sehr gute Platzierungen erringen.

Gemeinsam durch die Schweriner Höhenluft

Am Montag, 30.08.2021, unternahmen wir, die Klasse 11ma3 des Gymnasiums Fridericianum, einen Wandertag in den Kletterpark an der Crivitzer Chaussee in Schwerin. Wir entschieden uns dafür, dieses Ziel für unseren ersten gemeinsamen Wandertag zu wählen, da wir uns einig waren, dass ein gemeinsames Kletterabenteuer Klassenzusammenhalt schaffen würde. Nach all der tristen Zeit des pandemiebedingten Herumsitzens schien uns eine gemeinschaftliche Herausforderung an der frischen Luft genau richtig.

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