Und sage niemand, er habe es nicht gewusst!

Am 26.02.2009 besuchten wir im Rahmen des Geschichtsunterrichts die Gedenkstätte an das Konzentrationslager Neuengamme, welches während des zweiten Weltkrieges das größte in Nordwestdeutschland war.

 

Angefangen hat die Führung mit einer Einweisung von kompetenten Führerinnen, die uns erzählten, dass das KZ Neuengamme über 100,000 Menschen das Leben zur Hölle machte, hauptsächlich politischen Gegnern.

Nach der beeindruckenden Einweisung, legten wir voller Ehrerbietung einen Blumenstrauß  vor das Mahnmal, welches einem Schornstein eines Krematoriums nachempfunden ist.

Nun ging es um die große Anlage, in Richtung Ziegelei und Unterkünfte der Gefangenen. Auch ein Abstecher in die Unterkünfte der SS Leute hatten wir geplant. Unterwegs wurden wir Zeuge des wirklich rauen Wetters in Neuengamme  und uns wurde bewusst, wie belastend es doch für die Gefangenen gewesen sein muss, bei Wind und Wetter, nur mit einem Hemdchen bekleidet, nassen Ton aus der Erde zu graben.  In der Ziegelei war es zugig, zu der damaligen Zeit auch sehr stickig, beherbergte sehr schlechte Luft  und doch war es einer der besten Arbeitsplätze für Inhaftierte.

In den Unterkünften der SS - Leute war eine eigene Ausstellung nur zu ihnen gemacht worden. Hier bekam man einen Einblick in das Leben der Aufseher, ihre Pausen, Feiertage und natürlich über ihre besondere Vergütung bei der Verhinderung  eines Fluchtversuches, in Form von Tabak und Alkohol. Auch das Leben nach dem Fall Deutschlands, was doch sehr unterschiedlich war, wurde beleuchtet. Einige von ihnen tauchten unter, andere beantragten und bekamen ihre Rente für ihre Zeit als Aufseher.

Nach den erschütternden Erkenntnissen, dass auch Kinder auf dem KZ – Gelände wohnten und Zeuge der Menschendemütigung und Vernichtung wurden, ging es nun zu den Häftlingsunterkünften, bzw. was davon übriggeblieben war. Die Stadt Hamburg hatte wichtigere Projekte mit denen sie sich befassen musste, und auch viele Kriminelle, für sie Unterkunft suchte. So wurde das Gelände nicht als Gedenkstätte eingerichtet, sondern bis 2006 als Gefängnis benutzt. Erst durch Jahrelangen Protest von ehemaligen Opfern und Angehörigen bewilligte die Stadt diese Gedenkstätte. So komm es, dass nur zwei Randgebäude der Gefangenenbaracken noch stehen in denen die Hauptausstellung aufgebaut ist. Hier verweilten wir den Rest unseres lehrreichen Ausfluges und betrachteten interessiert die Wäsche der Häftlinge, Betten, Werkzeuge, Bilder, und viele Videos, die den Horror noch einmal in laufenden Bildern festgehalten haben.

Klasse 10c